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skate-IN Magazin 5/2007

1. Deutsche Bahnmeisterschaften der blinden und sehbehinderten Speedskater in Nürnberg

Am 3. Oktober fanden zum ersten Mal deutsche Bahnmeisterschaften der blinden und sehbehinderten Speedskater statt. Die Resonanz und die Begeisterung von Fahrern, Begleitern und Besuchern waren derart groß, dass die Veranstalter vom 1. FCN Roll- und Eissport davon ausgehen, dass diese Deutschen Meisterschaften keine Eintagsfliege bleiben.

Siegerehrung
Martha Kosz und Volker Springhart

Ergebnisse

Aktive Damen B1:

Tanja Maul, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 1. Platz 300 m, 500 m, 1000 m, 3000 m

Martha Kosz, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 2. Platz 300 m, 500 m, 1000 m, 3000 m

Aktive Herren B1:

Matthias Landgraf, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 1. Platz 300 m, 500 m, 1000 m, 2. Platz 3000 m

Thomas Seitz, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 1. Platz 3000 m, 2. Platz 300 m, 1000 m, 3. Platz 500 m

Jens Kremer, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 2. Platz 500 m, 3. Platz 300 m, 1000 m, 3000 m

Aktive Herren B3:

Steve Erben, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 1. Platz 300 m, 500 m, 1000 m, 3000 m

Senioren 30 Damen B1:

Margit Schaßberger, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 1. Platz 300 m, 1000 m, 3000 m

Senioren 30 Herren B1:

Jörg von de Fenn, Skate Club Allgäu: 1. Platz 300 m, 1000 m, 3000 m

Junioren A Damen B1:

Janine Süß, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 1. Platz 300 m, 500 m, 1.500 m

Schüler A Herren B3:

Khristo Dimov, 1. FCN Roll- und Eissport e. V.: 1. Platz 100 m, 200 m, 1000 m

 

B1

vollständig blinde Athleten: Führung an der Hand

B2

hochgradig sehbehinderte Athleten: Begleitläufer ohne Handführung

B3

sehbehinderte Athleten: ohne Begleitläufer

Und diese Meisterschaften unterschieden sich in einigen Punkten doch sehr von Meisterschaften mit nicht-sehbehinderten Skatern. Die meisten behinderten Fahrer fuhren mit einem Begleitläufer, was zu einigen Komplikationen auf der Strecke führte. Der Skater und sein Begleitläufer mussten im gleichen Rhythmus hintereinander her skaten und vor allem bei Überholmanövern darauf achten, dass beide das überholte Duo nicht behindern. Eine Herausforderung für alle Beteiligten bei hoher Geschwindigkeit. Ohne die Begleitläufer wäre das Tempo wahrscheinlich nochmals höher, denn dem Rausch der Geschwindigkeit erlagen auch die sehbehinderten und blinden Skater. Ganz wichtig ist es, weitere leistungsfähige Begleitläufer zu finden, da die behinderten Läufer selbst nur so leistungsfähig sein können, wie es ihr Begleiter zulässt.

 

Jörg von de Fenn mit Norbert Einsle

Dominierendes Team der Meisterschaften war das Heimteam aus Nürnberg, das 33 von insgesamt 36 Medaillen einfuhr. Kein überraschendes Ergebnis, bedenkt man, dass das deutsche Speedskating für Blinde und Sehbehinderte hier seinen Anfang nahm. Volker Springhart vom Nürnberger Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte entdeckte vor sieben Jahren den Wert des Inline Skatings für sehbehinderte und blinde Menschen und löste große Begeisterung bei den Betroffenen aus. Seitdem trainieren in Nürnberg sehende und nicht-sehende Skater zusammen. Zwischenzeitlich gehört eine Gruppe blinder und sehbehinderter Skater dem Speed-Team Nürnberg an und nimmt für dieses auch an Wettkämpfen teil. Doch auch außerhalb von Nürnberg finden sich mittlerweile immer mehr Vereine, bei denen blinde und sehbehinderte Speedskater trainieren können. Dies zeigt der Erfolg des Skate Clubs Allgäu, dessen Fahrer die anderen Medaillen bei den Deutschen Bahnmeisterschaften gewannen.

 

Eine besondere Rolle kam dem Moderator zu, denn er ist ein wichtiger Partner zur Orientierung der blinden Skater. Er musste den Rennverlauf durchgängig kommentieren und neben Überholmanövern und Abständen zwischen den Skatern auch die noch zu fahrenden Runden oder Meter durchsagen. Vor allem die letzte Runde musste vom Rundenzähler laut und deutlich eingeläutet werden, um den Lärmpegel der Zuschauer zu übertönen, was aufgrund der tollen Stimmung und lautstarken Anfeuerungsrufe keine leichte Aufgabe darstellte.

Wer bei den Meisterschaften dabei war und nicht nur die fröhlichen Gesichter der Sportler, sondern auch die Stimmung während der gesamten Veranstaltung erlebt hat, der weiß, dass der DRIV als zuständiger Fachverband mit diesen Deutschen Bahnmeisterschaften völlig zu Recht einen neuen Weg innerhalb des Speedskatens gegangen ist.

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